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Project Week Lviv 2018

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Project Week Lviv 2018

Social Entrepreneurship in der Ukraine

Die Projektwoche, die Ende Oktober 2018 in Lwiw (Lemberg) in der Westukraine stattfand, war bereits die zweite in dem Land. Aber es war die Erste überhaupt, die das Thema von sozialen Unternehmen behandelte. Eine Woche lang beschäftigen sich 19 Jugendliche aus Lwiw mit sozialen Unternehmen und Projekten aus ihrer Umgebung. Auf dem Programm stand beispielsweise ein Vortrag des Unternehmens „WoodLuck“. Das junge Start-Up stellt qualitativ hochwertige Möbel nach dem „Eins plus Eins“ Prinzip her. Für jedes verkaufte Möbelstück wird ein weiteres gespendet.

Soziale und caritative Einrichtungen haben in der Ukraine eine andere rechtliche Stellung als in der EU. Die meisten sind offiziell normale wirtschaftliche Unternehmen, die zunächst ihr Überleben sichern müssen. Der Gewinn der Unternehmen wird für soziale Zwecke genutzt. Es stelle sich zum Beispiel auch ein ein Sport- und Tourismusunternehmen vor, die neben Kanu- und Rafting-Touren für Unternehmer öffentliche Sport-Festivals organisieren und unter eine Brücke ein öffentliches Fitness-Studio bauen.

Neben den spannenden Vorträgen war es aber viel eindrucksvoller, als die Jugendlichen selbst aktiv werden konnten. Mehrfach besuchten sie das Unternehmen „Emmaus Haus“, welches verschiedene caritative Ziele in Lviv verfolgt. Sie halfen dort zum Beispiel beim Kleidersortieren in einem Second-Hand Shop, in dem Obdachlose angestellt sind. Dank des Gewinns können sie dort schlafen und leben. Die Jugendlichen unterstützen außerdem eine Suppenküche im Zentrum von Lwiw und halfen bei der Essensausgabe. Und sie nahmen sich Zeit und halfen Menschen mit Behinderung dabei, Weihnachtsschmuck und Postkarten zu basteln. Dabei war weniger die Hilfe beim Basteln von Bedeutung als vielmehr die Gespräche, die sich dabei entwickelten.

Typisch für eine socioMovens Projektwoche stand viel mehr auf dem Programm als die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen. Besonders die morgendlichen und abendlichen Impulse und Tagesreflexionen haben dabei geholfen, eine familäre Atmosphäre herzustellen in der die Jugendlichen über ihre Erlebnisse reden konnten und sich gleichzeitig gegenseitig zum Nachdenken anregten. Besonders die persönliche Geschichte des Referenten der Fazenda da Esperanca hat viele stark bewegt. Daneben sorgten gruppenpädagogische Übungen und Spiele für viel Spaß und Abwechslung.

Außerdem stand Mitte der Woche ein Besuch bei einer Ziegenfarm an, inklusive Käse-Verkostung.

Eigentliches Ziel der Woche war es allerdings, eigene soziale Unternehmen und Projekte zu entwickeln. Belebt durch die Erfahrungen, Ideen und positiven Beispiele der Woche sprudelten die Nachwuchsunternehmer nur so vor Ideen. Beispielsweise wollen sie alte Kleidung und Stoffreste recyceln, indem sie diese gemeinsam mit Design-Studierenden zu neuen Stücken verarbeiten und über einen Online-Shop verkaufen. Der Gewinn soll Aufforstungsprojekten zugutekommen. Eine andere Idee war es Englisch-Nachhilfekurse zu geben.

Für jeden vierten „normalen“ Nachhilfeschüler wollen sie einem Kind aus dem Waisenhaus kostenlos Nachhilfe geben. Und sie wollen gesellschaftlich ausgegrenzten Frauen einen Raum der Erholung bieten.

Das Highlight zum Ende der Woche bestand wie immer aus einem gemeinsam Bowling-Abend. Zuvor hatten die Jugendlichen eine große mehrstündige Ralley für Waisenkinder vorbereitet, die am Ende ziemlich erschöpft aber auch sichtlich begeistert waren. Zum Abschluss wurden den Jugendlichen Zertifikate für die erfolgreiche Woche überreicht.